Der kleine Ort Morsleben hat geschichtlich einiges zu bieten. Davon zeugen die oft liebevoll hergerichteten mitteldeutschen Drei- und Vierseithöfe, die Kirche mit ihrem romanischen Wehrturm und der Gutshof mit der Parkanlage und dem "Schloss". Das ehemals prächtige Herrenhaus wird zur Zeit leider nicht genutzt. Erbaut wurde das Schloss von der Baronin Amalie von Veltheim (geb. von Reden) als Witwensitz. Sie war es auch, die 1778 im Lappwald das nach ihr benannte Amalienbad, das erste "Badetheater" in Preußen, gründete. Die Gebäude sind nicht mehr vorhanden, man findet aber heute noch ca. 1 km westlich vom Ort entfernt die Heilquelle, die sich durch die Rotfärbung des morastigen Gebietes verrät. In der Chronik Morslebens findet sich der Hinweis auf einen berühmten Mann, der dem kleinen Ort entstammen soll. Es handelt sich um den Bischof Suitger von Bamberg, Sohn des Konrad von Maresleve und Hornburg. Er hatte sich dem geistlichen Stand gewidmet und erlangte die Aufmerksamkeit des Königs Heinrich III. Zunächst wurde Suitger Hofkaplan, später Bischof und schließlich im Jahre 1046 auf den päpstlichen Stuhl zu Rom erhoben. Er nahm als Papst den Namen Clemens II. an. Morsleben liegt im oberen Allertal am Fuße des Lappwaldes in einer landschaftlich äußerst reizvollen Umgebung (Landschaftsschutzgebiet Harbke/Allertal). Zu Zeiten der Deutschen Teilung im Sperrgebiet und heute im Herzen Deutschlands und Europas gelegen, hat der gemütliche Ort zurzeit ca. 380 Einwohner. Das Dorf ist durch die Landwirtschaft und den Salzbergbau geprägt. Über die Grenzen hinaus bekannt gemacht hat den Ort das im ehemaligen Salzbergwerk eingerichtete Endlager für radioaktive Abfälle. Die Deutsche Gesellschaft zum Bau und Betrieb von Endlagern für Abfallstoffe unterhält in Morsleben ein interessantes Informationshaus, in dem man sich jederzeit ausführlich über alle Themen, die die Endlagerung tangieren, informieren kann. Der Ort scheint prädestiniert zur Erweiterung des Allgemeinwissens, denn mit der Allermühle und dem iKUH (Infozentrum des Rinderzuchtverbandes Sachsen-Anhalt) stehen weitere interessante Objekte bereit, die sich mit der historischen und gegenwärtigen Landwirtschaft beschäftigen. |
| © 2004-2007 Kur- und Tourismusverwaltung Flechtingen. | Webmaster Kurverwaltung Flechtingen |